Robert Faller

Kurzversion: http://robertfaller.info/news

Mein Weg

Vorgeschichte

Geboren in den 70er Jahren und aufgewachsen in den 80er und 90er Jahren, war ich ein Kind der Spaßgesellschaft. Aufgewachsen bin ich in einem christlich-konservativen Haushalt, unweit der wunderschönen Stadt Salzburg.

Mit Politik kam ich schon sehr früh in Berührung. Meine erste Erinnerung führte zum Wahlkampf 1986, als ich gerade einmal 9 Jahre alt war. Wir fuhren mit kleinen roten Fahnen durch unsere Gemeinde und skandierten dabei den schön klingenden SPÖ-Slogan, „Waldheims Wahl ist die Qual“. Natürlich ohne dessen Sinn zu verstehen oder gar zu hinterfragen. Köstlich, der Gesichtsausdruck meines Vaters, der zwar keine Berührungsängste mit anderen Parteien hatte, aber selbst wohl eher ein konservativer Wähler war.

1986 Jörg Haider und die Grünen

Es war die Zeit, in der sich die Politik in Österreich und Europa gravierend änderte. Jörg Haider wurde zum Vorsitzenden der FPÖ gewählt, und sollte die Schlagzeilen der nächsten knapp drei Jahrzehnte in der Innenpolitik Österreichs bestimmen.

Zu jener Zeit verschmolzen eine „neue Bewegung“. Auf der einen Seite die „rechten“ Vereinten Grünen Österreichs“, und auf der anderen Seite die „linke“ alternative Liste, zu einer politischen Bewegung, und zogen wenig später unter dem Namen „Die Grünen“  in den Nationalrat ein.

Grüne Umweltschützer und blaue Patrioten waren jeweils scheinbar die politisch bewegenden Kräfte in den kommenden Jahren. So glaubte ich, dass ich mich langfristig zwischen rechts und links zu entscheiden hätte. Ich besuchte Veranstaltungen, Vorträge und Demonstrationen beider Bewegungen, verblieb aber Partei- und Vereinsfrei. Neben Freunden, Feiern und Freibad gab es auch nur wenig Zeit, politisch aktiv zu sein. Mir war klar, dass ich nichts verändern könnte und es erschien mir auch nicht wichtig, schließlich sollten sich andere um „Politik“ kümmern.

Aber auch Europaweit änderte sich einiges. Die Mauer, und somit der Kommunismus insgesamt, brach in sich zusammen. BRD und DDR verschmolzen zu einem Deutschland und wurden fortan zum Motor Europas. Doch die große Arbeitsleistung von Deutschland und auch Österreich zog weitere Massenzuwanderung nach sich. Die Kapitalisten drückten so die Löhne weiter nach unten, die linksextremen Parteien konnten so Wähler rekrutieren. Europa veränderte sich – und ich blieb Zaungast.

1999 Geburt meiner Tochter

Meine Tochter kam zur Welt. Hiermit änderte sich auch mein Weltbild – also meine Sicht auf die Welt. Vorbei war die Zeit des Feierns und es begann die Zeit der Verantwortung. Ich arbeitete, kaufte unserer kleinen Familie eine Wohnung und alles was sonst ein junges Lebewesen so braucht. Ich freute mich auf meine Kleine, auch wenn ich mir nicht sicher war, ob ich ein guter Vater werden würde.

Es ist, als wäre es vor wenigen Tagen, als ich das Maxi – Cosi kaufte und meine Tochter aus dem Krankenhaus abholte. Sie bekam von mir einen kleinen Trinkbecher, der wohl eher für ein bis zwei jährige Kinder gedacht war, aber was weiß man schon als junger Vater. Ich las damals auch viele Bücher über Erziehung, Eltern und Kinder. Alles wurde so, wie es ein Kind braucht und ich wollte meinem Kind eine Welt bieten, in der es gerne und gut lebt. Das funktionierte sehr gut.

Schnell wurde mir allerdings klar, dass meine kleine Tochter eines Tages laufen lernen, und die kleine Welt, die ich ihr erschaffen hatte, verlassen würde. Damit war klar, diese Welt muss sich zum besseren verändern oder zumindest nicht viel schlechter werden. Um etwas zu verändern oder zu verbessern, musste erst einmal eine generelle Bestandsaufnahme gemacht werden, welche Probleme es gibt und anschließend Lösungen gefunden werden.

Mir wurde klar, dass viele anscheinende Probleme gar keine wirklichen waren und andere von den Medien und der Politik entweder völlig missachtet oder zerdiskutiert wurden. Meine Tochter sollte nicht in einem Land aufwachsen, das Probleme wie Massenzuwanderung oder Islamisierung, genauso wie Bildung oder Überalterung zwar täglich diskutiert, aber nichts dagegen tut. Alleine, dachte ich, könnte ich aber die großen Probleme nicht lösen. Also setzte ich mich mit meinen Freunden zusammen und es entstand der „Freundeskreis Österreich zuerst“!

2000 – 2003 Freundeskreis Österreich zuerst

Der „Freundeskreis Österreich Zuerst“ hielt sich anfangs in einem überschaubaren Rahmen und wir trafen uns einmal die Woche. Wobei wir nicht lange diskutierten, sondern das meiste nebenbei besprachen und Dart oder ähnliches spielten. Noch im Winter 1999/2000 schafften wir uns einen Computer mit Internetanschluss an und suchten Kontakt zu anderen „Weltverbesserern“. Diese kamen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, vor allem aber aus Tirol, Kärnten, der Steiermark und Wien.

Letztere waren eine Gruppe Jugendlicher namens KGW, die uns besonders aktiv erschienen. Nach mehrmaligen Treffen und deren Ende (als so genannten „Kameradschaft Germania Wien (KGW)“) beschlossen wir deren Namen zu übernehmen. Ich kaufte dem damaligen Besitzer sogar die Internetdomain ab. Daraufhin bekam ich besuch von der Polizei. Ich wurde gefragt, ob ich diese Wiener besser kenne, wie viele es sind, usw. Ich konnte jedoch keine Angaben machen, weil ich die Meisten gar nicht kannte.

In Deutschland zog zu diesem Zeitpunkt eine Ausstellung durchs Land, die sich mit dem letzten Krieg befasste und viel Gegendemonstranten auf die Straße rief. Grund war, dass die Ausstellung schon in den 90er Jahren durch Europa tourte, aber eingestellt werden musste, da sich viele Bilder und Texte als Fälschungen erwiesen.

Genau solchen Lügnern und Fälschern sollte meine Tochter nicht ausgesetzt werden, schlimm genug, dass sie genauso wie wir, unschuldig, immer wieder mit den vergangen Kriegen in Verbindung gebracht werden würde. Da brauchen wir nicht noch eine Ausstellung von einem Tabak-Hersteller, dessen Vater Geschäfte mit der Wehrmacht machte, die bei ihrer ersten „Tour“, wegen zu vieler Lügen eingestellt werden musste.

In Österreich wollte diese Ausstellung glücklicherweise sowieso niemand mehr haben. Wer wäre schon so dumm so eine Ausstellung noch einmal öffentlich zu unterstützen und Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Außer Wien. Die Hochburg der Dummheit, entblödete sich nicht, diese Ausstellung noch einmal zuzulassen.

Anti-Wehrmachts-Demo

Ich freute mich schon auf den Aufschrei und die Gegendemonstration – doch es kam nichts. Absolute Stille. Kein Rechter, kein Linker, kein Liberaler, kein Konservativer, kein Junger, kein Alter – niemand organisierte eine Gegendemonstration gegen diesen Fauxpas. Also griff ich zum Handy und begann selbst mit der Planung einer Gegendemonstration. Was gar kein leichtes Unterfangen war.

Bad Ischl

Mittlerweile war ich nach Bad Ischl gezogen und der „Freundeskreis Österreich zuerst“ hatte sich aufgelöst und war zu einer immer schwammiger werdenden Kameradschaft geworden. Schwammig deshalb, weil es eine Art „informelle Verbindung“ war, der keiner wirklich angehörte.

Von Bad Ischl aus konnte ich die Planung nur mit Unterstützung von Sascha G., einem Wiener der ehemaligen KGW schaffen. Während der Planung bekamen wir mit, dass noch eine zweite Gruppe eine Demonstration plante. Nach langem Suchen, fanden wir auch die Verantwortlichen und sie schlossen sich uns an. Auch wenn sie ihre Demonstration pro forma weiter angemeldet ließen um eine zweite Option zu haben, falls unsere untersagt werden würde.

Damals traf ich das erste und einzige Mal auf Gottfried K., dem eigentlichen Vorsitzenden der anderen Gruppe. Ich erklärte ihm, dass ich mit ihm sicher nichts zu tun haben wolle und er versicherte mir, von der Demonstration fern zu bleiben. Ich hätte nicht einmal einem Treffen zugesagt, aber er saß plötzlich im Wohnzimmer von Sascha G.

Die Demonstration selbst wurde von der Polizei kurzerhand zu einer Standdemo am Heldenplatz umfunktioniert, da anders der Schutz der Demonstranten nicht möglich sei. Wir standen also am Heldenplatz. Rechts von uns eine Gruppe Grüner, mit Parteifahnen und links von uns eine Gruppe Antifa. Es werden so um die 1500 Leute gewesen sein.

Wir waren gezählte 220 Teilnehmer. Die Linksextremen gingen sofort mit Holzlatten und Steinen auf die Polizei los und wollten an ihnen vorbei – zu uns. Einmal schafften sie es sogar. Mehrere hundert gewalttätiger Antifaschisten stürmten auf uns zu. Zu ihrer Verwunderung, liefen wir allerdings nicht weg, sondern auf sie zu. Damit hatten sie nicht gerechnet. Sie drehten um, warteten bis Polizisten wieder zwischen uns Stellung bezogen und skandierten dann – völlig lächerlich – „Polizisten schützen die Faschisten“ oder „Wir kriegen euch alle“!

Ende von Kameradschaft und Freundeskreis

Uns wurde einiges klar – vor allem, das ich so die Welt nicht verbessern würde. Sascha G. wollte danach einen radikaleren Weg einschlagen und in den „Untergrund“ gehen. Was das bedeutete, konnte ich wenige Wochen später lesen als er unter dem Namen „Redman“ in verschiedenen linken Foren gegen mich hetzte, aber von den Linken selbst enttarnt wurde.

2004  Nationaldemokratisches Aktionsbüro

Ich wollte diesen Weg nie gehen, aber es kamen immer wieder Menschen auf mich zu und erzählen mir ihre Pläne und baten mich um Mithilfe. Ich unterstütze alles und jeden. Internetradio, Zeitung, Demonstration, Jugendbewegung – jeder der etwas tun wollte, bekam meine Unterstützung. Um das Ganze in eine organisatorische Form zu gießen, wurde ein Aktionsbüro ins Leben gerufen, von dem aus der Aufbau koordiniert hätte werden sollen.

Ich half mit, einen Art vorpolitischen, nationaldemokratischen Raum aufzubauen. Ich wollte selbst keine Partei gründen, sondern eben nur unterstützen. Da kam Gregor M. genau richtig. Er wollte unbedingt eine Partei gründen und tat dies auch (NPÖ). Mir war das zu viel und ich beobachtete das Ganze von außen. Es wurde eine Bruchlandung und es gab weit und breit keine andere nationale Partei in Österreich oder auch nur einen fähigen Mann, der diese hätte aufbauen können.

2005 NFÖ und Friedensvolksbegehren

Mich trieb aber weiter die Weltverbesserung und so suchte ich nach einer Gruppe die etwas zu verändern bereit war. Von den etablierten Parteien dachte ich damals, dass es keine Veränderung geben würde. Und so unterstütze ich u.a. das „Friedensvolksbegehren“ und wurde zum OÖ-Vorsitzenden der Partei „Neutrales Freies Österreich“ gewählt. Schon beim ersten Treffen wurde ich ohne Gegenstimme und mit nur einer Enthaltung, im Beisein der Bundespartei gewählt. Die Partei war in einem desaströsen Zustand. Einige Ältere Herrn, teils mit deren Frauen, saßen in einem kleinen Zimmer und lauschten den Worten des Bundesvorsitzenden.

Ich machte mich direkt nach der Wahl also mit viel Energie an die Arbeit, um die Partei aufzubauen – zumindest in Oberösterreich. Doch das nahm ein schnelles und endgültiges Ende. Der Bundesvorsitzende hatte es mit der Angst bekommen und mich aufgefordert vom Bundestreffen fern zu bleiben und doch bitte wieder aus der Partei auszutreten. Wenige Monate zuvor wurde ich noch zuhause besucht um mich von einer Mitarbeit zu überzeugen.

Das war das Ende – nicht nur meiner Mitarbeit, sondern auch vom Aufbau der NFÖ. Doch auch ohne die Trennung, wurde mir immer bewusster, dass es in Österreich nicht mit einer moderaten Spaßpartei getan ist. Zu groß sind die Probleme, zu klein der Wille dieser Splittergrüppchen, wirklich etwas dagegen zu tun.

2006 – 2007 Neue Bewegung

Mir wurde klar, wir brauchen eine Partei die bei Themen wie EU-Austritt, Meinungsfreiheit, Umweltschutz, Massenzuwanderung, Bildung usw. keine faulen Kompromisse mehr eingeht. Zu wichtig sind diese Themen für die Zukunft. Ich suchte weiter nach Gruppen und Parteien, die es ernst meinten. Aber es gab sie nicht. Liberale die auf „National“ machten, Linksextreme die auf „Umweltschützer“ machten und Konservative die Österreich verkauften, konnte ich nicht mehr sehen und mir erschloss sich auch der Sinn nicht, in so etwas meine Zeit zu investieren.

Somit war klar – eine neue Partei muss her. Ich setze mich daran um einen Grundriss zu planen. Name, Farbe, Ausrichtung. Es dauerte mehrere Monate. In der Planungs- und Aufbauphase stieß ich auf neue und alte Bekannte, die ähnliches wollten. Da waren die BZÖ´ler in Niederösterreich, die aus der jungen Partei etwas machen wollten. Da waren „Die Nationalen“ von Diplom-Kaufmann Karl G. aus Wien, die eigentlich das gleiche wollten wie ich. Und da waren z.b. eine Gruppe Salzburger, die auch eine Partei gründen wollten – und bei der Suche nach einem Parteinamen auf uns stießen.

Ich nutze eine große überparteiliche Internetplattform (dol2day) um meine Ideen zu diskutieren und einem breiten, scheinbar fundierten Publikum als Vorlage zur Verfügung zu stellen. Ich wollte eine moderne, nationale Partei, mit dem Auftrag Österreich zu verbessern.

2007 NVP

Die „Nationale Volkspartei“ wurde im September 2007 gegründet. Da es kaum jemanden gibt, der sich mit einer Parteigründung wirklich auskannte, waren wir natürlich auf uns selbst gestellt und entschieden das meiste aus dem Bauch heraus bzw. ließen eigentlich alles irgendwie laufen. Wir machten uns zwar viele Gedanken, aber leider über die falschen Dinge. Die wirklich wichtigen Dinge, wie die personelle, organisatorische und inhaltliche Ausrichtung der Partei überließen wir sozusagen dem Zufall.

Wer zu uns stieß und etwas aktiv zu tun bereit war, konnte mehr oder weniger uneingeschränkt loslegen. So konnte ich mit wechselnden, aber auch immer wieder gleichen Wegbegleitern vieles auf die Beine stellen. Knapp 100 verschiedene politische und allgemeine Aktivitäten wurden erfolgreich absolviert. Eine Demonstration in Enns, vierzig Infotische in halb Österreich (vor allem in OÖ), Eselsaktionen, Wandertage, Paintball, Stammtische, Ausflüge in mehrere Europäische Länder und Teilnahme an deren Veranstaltungen und Demonstrationen uvm. Viele Erfolge gingen auf unser Konto. Wir waren leider zu wenig stolz auf unsere einmaligen Leistungen.

Wobei ich damals schon viel Wert darauf legte, außerhalb des Vorstands alles zu kontrollieren, was an die Öffentlichkeit gelangte, damit wir nicht von einer Klage zu nächsten getrieben wurden. Mir war auch wichtig, dass Leute, die sich selbst als Faschisten, Neonazis oder ähnliches bezeichneten, die Partei wieder verließen. Genauso Leute wie die Salzburger Gruppe, die damals nur durch Alkohol und schlechte Arbeit auffielen.

Nicht genau kontrolliert wurde, was der eigene Vorstand so „erarbeitete“. Und so wurde hier letztlich der größte Unfug praktiziert. Per Video repräsentierte ein alter Mann unsere Partei, dessen Ansprachen kaum jemand inhaltlich verstand oder auch nur interessierten. Schließlich wurden im Parteiprogramm Passagen gefunden, die offensichtlich kopiert wurden aus einem Lehrbuch der SS und Polizei. Ein Wahnsinn, und verständlicherweise ein gefundenes Fressen für den politischen Gegner, das letztlich das sichere Ende der Partei ankündigte.

2010 Tot meines besten Freundes

Mein bester Freund, aus meiner Salzburger Zeit, starb. Es war Selbstmord. Wir hatten in Salzburg zusammengewohnt, ich wurde Patenonkel von einem seiner Jungs. Wir kannten uns seit unserer Jugend und ich kann bis heute nicht glauben, dass er sich das Leben genommen hat. Ich gebe heute der Gesetzgebung (Alimente) eine Mitschuld, auch wenn das kein Grund ist sich umzubringen, sondern eher ein Grund, dagegen anzukämpfen.

Ich will nicht, dass sich Menschen, aufgrund unfairer Gesetze umbringen oder getötet werden, weil sie eine andere Hautfarbe, politische Einstellung oder eine andere Religion haben. Dieser Tot, und meine mittlerweile drei Kinder haben mich zu einem Weiterdenken – dem „selber denken“ – angeregt.

Es bringt nichts, sich in Grabenkämpfen zu verlieren oder durch das Schüren von Vorurteilen, Hass in die Gesellschaft zu bringen. Das war mir schon lange klar, aber ich dachte nicht, dass es so wichtig ist, sich auch darum zu kümmern bzw. dagegen offensiv vor zu gehen.

Genauso dachte ich auch beim  Thema Nationalismus. Natürlich war es für mich klar, dass ich einen modernen und positiven Nationalismus, besser bekannt als Patriotismus anstrebe. Natürlich war es für mich klar, dass ich Krieg, Verfolgung, Unterdrückung, Antisemitismus und Rassismus ablehne. Was mir nicht klar war, dass ich das schon viel früher und viel lauter hätte sagen müssen. Denn für mich galt, was ich nicht verursacht habe, davon brauche ich mich auch nicht zu distanzieren.

Ich habe hundertfach klargestellt, dass ich kein Nationalsozialist bin. Bei mir zuhause hätte man niemals eine Hakenkreuz gefunden oder Mein Kampf oder eine Waffe oder sonst irgendwas. Ich habe immer darauf geachtet Extremisten aus dem Weg zu gehen und wenn sich einer in unsere Reihen geschlichen hatte, ihn wieder los zu werden. Doch aus Mangel an anständigem Personal, habe ich viel zu viel geduldet, viel zu lange zugeschaut, viel zu oft ein Auge zugedrückt. Das muss ich mir selbst wohl vorwerfen.

2012 Ein ungerechtfertigter Prozess

Im März endete das Martyrium eines völlig ungerechtfertigten Prozesses. Eine politische oder auch moralische Verfehlung und eine juristische Verurteilung sollten doch noch unterschiedliche Dinge sein. Aber weit gefehlt. Vor Gericht geht es nicht um Fakten und Beweise, sondern um das erzeugen einer hetzerischen Stimmung, die letztlich die Geschworenen so verunsicherte, dass sie trotzt erwiesener Unschuld, (nicht einstimmig) zum Urteil kamen, mich aufgrund eines Wahlantrittes 2009 zu einer Vorstrafe zu verdonnern. Ich habe mich damit abgefunden und alle Beteiligten (Geschworene, Pflichtverteidiger, Richter und letztlich auch ich) müssen nun damit leben, auch wenn ich die Hoffnung auf Gerechtigkeit nicht aufgebe.

Schließlich war der Grund meiner Verurteilung, dass ich ein Parteiprogramm verbreitet und beworben haben soll, das NS-gedankengut transportierte. Schon vor dem Prozess haben die Staatsanwaltschaft Wien, aber auch viele Juristen klar festgestellt, das im Parteiprogramm nichts widerrechtliches festzustellen ist. Und heute gibt es sogar ein Gerichtsgutachten, dass eindeutig belegt dass das Parteiprogramm nichts rechtswidriges und auch kein NS Gedankengut enthält. Abgesehen davon gaben wir uns bei der Wahl ein eigenes Wahlprogramm und bewarben das alte Parteiprogramm eben nicht! Ob es je zu Gerechtigkeit kommen wird, wird sich noch zeigen.

2014 – Eine Distanzierung

Ich lernte aber etwas Entscheidendes. Um die positive Veränderung voranzutreiben, wegen der ich mich entschloss politisch aktiv zu sein, ist es nicht nur notwendig, klar zu stellen und zu sagen wofür man steht, sondern auch wofür man nicht steht. Ich bin und bleibe ein Patriot. Ich bin und bleibe gegen Massenzuwanderung, aber auch gegen Rassismus. Ich bin für Europa, aber gegen die EU. Ich bin Heimatschützer, aber gegen die Herabwürdigung anderer Länder, Völker und Staaten. Ich bin Umweltschützer, kann aber mit den linken Faschisten nichts anfangen. Ich bin gegen Faschismus, weiß aber, dass der neue Faschismus, „Antifaschismus“ heißt, also bin ich gegen jede Art des Faschismus, Gewalt und Extremismus. Ich bin für eine funktionierende Wirtschaft, in der Leistung zählt, aber ich bin gegen den Kapitalismus. Ich bin für eine soziale Gerechtigkeit, auch weltweit, aber ich bin dagegen, dass wir das alles bezahlen. Ich bin für eine breite Bewegung, für eine bessere Zukunft, weiß aber, dass ich alleine im hier und heute beginnen muss.

Einmal Patriot – Nazi – und wieder zurück!

Eine weitere öffentliche Distanzierung!

Ein absprengen der eigenen Ketten!

In den letzten Jahren habe ich mich klar und deutlich (vor allem über das soziale Netz „Facebook“)  von jeglichem Faschismus und NeoNazismus distanziert. Eine solche Distanzierung wird oft als reines Lippenbekenntnis abgetan. Deshalb wiederholte und wiederhole ich meine Distanzierung nicht nur regelmäßig und öffentlich, sondern werde noch weitere Schritte setzen. Ich werde mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für Vereine und Initiativen einsetzen, die sich gegen Gewalt, Faschismus u.ä. engagieren.

Ich fühlte mich nie als politischer Extremist, auch wenn man politische Ansichten, wie die generelle Meinungsfreiheit, die Begrenzung der Massenzuwanderung, den Ausstieg aus EU, Euro oder den Ruf nach mehr und direkter Demokratie sicherlich auch extrem empfinden mag, wenn man politisch das Gegenteil einfordert.

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Teil 2 – Wie wird man eigentlich „Extremist“ bzw. wie wurde ich es!

Desensibilisierung – wie alles beginnt!

Alles beginnt meist mit einer normalen Meinungsäußerung in einem Forum oder heute einem sozialen Netzwerk. Man sagt, schreibt oder fragt sich ob „denn die EU so wie sie ist, wirklich demokratisch sein, ob sie uns etwas nutze“, „ob denn 150 000 Migranten die jährlich nach Österreich kommen, nicht zuviel sein“ oder ob „wir in Österreich wirklich eine ausreichende Meinungsfreiheit und – Vielfalt haben?“. 99% der Menschen reagieren durchaus positiv. Man diskutiert über die Themen oder ist sich sowieso einig.

Doch dann gibt es das kleine, eine Prozent. Es will nicht diskutieren und noch bevor du deine Meinung überhaupt ausgesprochen hast schallt dir ihr Hass entgegen. Sie schreien „Rassist“, „Extremist“ und eben: „NAZI“! Sie sind eine kleine aber lautstarke Minderheit, der antifaschistische, linksextreme Rand. Von der Gesellschaft oft verachtet, aber von den Medien geliebt. Sie nennen sich „Rechtsextremismusexperten“, „Antifaschisten“ oder „Gutmenschen“. Nur ihre Meinung zählt und sie hassen alles was sich um Themen wie die eigene Kultur, Sprache, Volk, Freiheit, Schönheit, Heimat oder Familie dreht.

Immer wieder hörst du, dass du als Patriot, als Familienvater – ein böser Nazi bist. Am Anfang bist du noch erschrocken. Das legt sich aber nach einiger Zeit und wenn dich dann jemand warnt, weil der oder die Nazi´s sind, hast du keine Scheu mehr, denn du hast ja selbst erlebt, das jeder der kein überzeugter Heimathasser und spießiger Antifaschist ist, schnell mal als „Nazi“ abgestempelt wird. Und das Letzte was dir in den Sinn kommen würde, ist sich zu distanzieren. Denn – von diesem einen Prozent – wird kein Unterschied zwischen einem Patrioten, Rechtsdemokraten, einem Konservativen und einem Anhänger eines destruktiven und hasserfüllten Neonazismus gemacht. Außerdem dachte ich, ich bin über 30 Jahre nach Kriegsende geboren. Warum sollte ich mich von etwas distanzieren, mit dem ich sowieso nichts zu tun habe.

Und am Ende des Tages findest du dich plötzlich in einem Keller oder einer Demonstration wieder, umringt von geistig Minderbemittelten, untätigen Schwätzern, die nichts tun, nichts können und deshalb alles hassen. Und am meisten hassen sie diejenigen, die ihnen am ähnlichsten sind – die neuen Faschisten, die „Anti-Faschisten“. Sie ziehen sich gleich an, ihre Symbole sind sich ähnlich. Der Sozialismus und Faschismus – aber vor allem der Hass, sind ihre gemeinsamen Grundlagen. Sie sind wie Fußballfans verschiedener Vereine. Sie hassen sich, sind sich aber sehr ähnlich.

Man ist auf einer Demo oder einem Treffen und merkt Stück für Stück, dass man da nicht hingehört. Das man kaum gemeinsame Zeile hat, dass man aktiv sein möchte, aber nur von Inaktiven umringt ist, dass man etwas verändern möchte – zum positiven! – und nur umringt ist von Hass, hohlen Phrasen und Untätigkeit.

Und plötzlich wird Gold zu Scheiße!

Und langsam, so ist es zumindest mir ergangen, kommt man immer fester zur Überzeugung, daß es das nicht war, was man wollte. Ich wollte die Welt verbessern. Für die nächste Generation. Ich habe immer versucht mich von Extremisten und Vollidioten fern zu halten – und plötzlich war ich (zumindest von außen betrachtet) einer davon.

Ich wusste von mir ICH BIN KEIN NAZI! Und das musste doch allen anderen auch klar sein. Schließlich kannte mich jeder. Der Familienvater, der in der Schule zum Elternvertreter gewählt wurde, der mit dem Sohn zum Fußball und mit der Tochter zum Reiten ging. Der sich um seine Mitmenschen kümmerte, der ein großes Herz hat und der genauso mit dem muslimischen Mehmet über den Irakkrieg redete, wie mit dem jüdischen David über die Probleme der Juden in Österreich und Europa mit der Islamisierung.

 

Und auch die „Netz-Aktivisten“, die Schreibtischnazis – also die großmäuligen nationalen Sozialisten, die man nur im Netz sah, verkündeten vollmundig, dass man sich von diesem „Faller“ fern zu halten habe, weil er kein „echter Nationalsozialist“ sei. Auch wenn sie in ihrem Leben wohl immer und überall falsch lagen, hatten die ungewollt in diesem Punkt sogar recht!

Die Außenwirkung und der Irrtum einer positiven „Umschulung“.

Durch die Desensibilisierung in Richtung der NeoNazis, entstand aber auch eine Desensibilisierung der Außenwirkung des eigenen Handelns. Es wurde mir egal, ob mich die Medien als Rechtsextremisten bezeichneten – auch wenn ich beim Wort „NeoNazi“ auch damals schon Einspruch erhob. Ich dachte mir, wenn ich so wie viele andere wegen einer kritischen Meinung, als Extremist bezeichnet werde, ist das eben so. Ganz im Gegenteil, ich hatte ja nicht zuletzt von Jörg Haiders Aufstieg „gelernt“, das man mit einer gezielten Provokation schnell in die Öffentlichkeit kommt.

Mein Fehler war also nicht meine politische/innere Einstellung, sondern mein politisch plumpes und extremes Auftreten. Das „Auffallen um jeden Preis“ um so den politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen.  Deshalb nannte ich meine Partei eben nicht Familien- und Heimatpartei, sondern Nationale Volkspartei. Damit schwang schon eine gewisse Radikalität und Provokation, sowie Abgrenzung mit. Ich begann etwas radikaler und wollte dann mit dem erwachsen des Projektes moderater werden, also genau den gegenteiligen Weg, wie andere Gruppen gehen, die meist radikaler wurden, je mehr Anhänger sie hatten.

Ein weiterer, verhängnisvoller Fehler entstand aus dem Gedenken, Veränderung nur durch eine extreme Strömung zu schaffen. Die Bürgerliche Mitte war träge, verfressen und faul. So mein Befund. Also machte es keinen Sinn in ihr Anhänger zu suchen. Es ging nur am rechten oder linken Rand. War ich am Anfang (in Salzburg) auch noch auf linken Anti-EU Demos und in linken Lokalen, wie dem „Schnaitl“, entschied ich mich dann gegen Anarchie und Kommunismus.

Doch schnell wurde mir klar, das auch der rechte Rand, nicht gerade vor Klugheit überschäumte. Statt einfach nichts zu tun oder mich auf eine Hand voll fähiger Wegbegleiter zu verlassen und lieber klein und anständig als groß und schwachsinnig zu werden, erdachte ich mir ein Szenario einer „positive Umschulung“.

Man nehme geistige Eintagsfliegen und schule sie so lange, bis sie für eine positive politische Arbeit die nötigen Fähigkeiten besitzen. So gut, so einfach – so unmöglich! Das Projekt war ehrgeizig, doch viel zu groß und letztlich unmöglich. Man kann einem Affen simple Zeichensprache beibringen, aber ein Professor für Mirkobiologie wird er keiner. Und so kann man aus einer gesellschaftlichen Randgruppe keine gesellschaftsverändernden Vordenker machen.

Durch diesen Denkfehler, einer möglichen politischen Umschulung, ergab sich eine immer weiter Annäherung an den absolut rechten Rand. Und anstatt ihnen etwas beizubringen, verendete man in Gespräche über Schwachsinniges, ging mit Vollpfosten für nichts auf die Strasse und hörte hohle Phrasen aus hohlen Birnen über die Mondlangung, 9/11 und das der Krieg noch nicht verloren sei.

Mit innerer Abscheu machte ich mich nach solchen Treffen immer schnellstmöglich auf die Heimreise. Froh das man im wirklichen Leben, mit solchen Leuten nichts zu tun hatte. Ich erinnere mich an eines meiner ersten solchen Treffen, die ich organisierte. In Salzburg. Ich war beim gesamten Treffen, das ich selbst organisierte vl. eine halbe Stunde anwesend – beobachtete lieber die linken Gegendemonstranten, als mit den Schwachköpfen in einem Raum zu sitzen. Wäre mir damals schon klar gewesen, dass es so nicht funktioniert, mein politischer Werdegang in den kommenden Jahren wäre völlig anders verlaufen.

Doch damals etwas zu ändern, dafür fehlte mir einfach die Perspektive. Es gab nichts und niemanden der einem eine geeignete politische Heimat geben könnte. Speziell nicht nach dem Schüssel/Haider bzw. FPÖ/BZÖ – Desaster.

Kein „echter NeoNazi“!

Heute zurück geblickt, habe ich nie wirklich dazu gehört. Bin immer herausgestochen. Selbst Polizisten und Journalisten haben mich auf Treffen und Aktionen immer wieder gefragt, was ich den bei „denen“ will. Ich passte nicht hinein. Und das sahen sogar die hohlsten NeoNazis so. Ich sei nicht fähig mich unter- oder auch nur einzuordnen, war eine der Kritikpunkte. Heute muss ich sagen, JA – das stimmt. Und es hatte einen Grund. Ich war dort falsch. Ich bin und bleibe ein Patriot. Ein Familienvater, dem seine Heimat nicht egal ist – weil er Vater ist!

Mit irgendeiner Ideologie hatte ich innerlich nie etwas zu tun und habe ich jetzt auch äußerlich nichts mehr zu tun. Nie wieder!

Wie schon erwähnt, ist eine – wenn auch immer wieder angeführte Distanzierung – meiner Meinung nach zu wenig, darum werde ich mich engagieren, aber auch meine eigene politische Meinung kund tun.

Denn der dritte Grosse Fehler war es, meine Meinung nicht direkt abzugeben, sondern immer gefiltert oder gepaart mit Meinungen anderer. Auf meiner Internetseite robertfaller.info werde ich nicht nur erklären, warum ich mich distanziere, sondern welche meine wirklichen politischen Inhalte sind.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob man Ausländerfeindlich und rassistisch ist – oder ob man die Begrenzung der Massenzuwanderung fordert. Es ist ein Unterschied, ob man den Nazis ermöglicht ihre Partei wieder zu gründen oder man für Meinungsfreiheit ist. Es ist ein Unterschied ob man Österreich abschotten möchte oder man für den Schutz unseres Landes und unseres gemeinsamen Europas ist. Es ist ein Unterschied ob man „homophob“ ist, oder ob man sich für die Förderung der traditionellen Familie einsetzt. Und es ist zuletzt auch ein riesiger Unterschied, ob man gegen Gewalt, Extremismus und Faschismus ist oder ein Antifaschist.

Ich gehe meinen Weg!

Ich gehe meinen Weg. Fernab von kranken Ideologien. Ob das Antifa/NeoNazis nun verstehen oder nicht. Und ich möchte alle, die so denken und fühlen wie ich, die sich in meinen Zeilen vl. sogar ein Stückweit wiederfinden, auffordern ihren eigenen Weg zu gehen. Fangt an selbst zu denken. Natürlich ist es einfacher dem Kommunismus, dem Faschismus, dem Sozialismus oder dem NeoNazitum zu huldigen und so nicht selbst denken zu müssen. Vorgekautes zu schlucken ist bequem, aber es macht nicht frei, glücklich oder zufrieden. Und vor allem – es bringt nichts! Zumindest nichts positives.

Deshalb fällt mir heute leicht zu sagen, was ich damals niemals gesagt, aber schon lange gedacht habe. Und deshalb wiederhole ich es regelmäßig und öffentlich: Ich distanziere mich von jeder Art des Faschismus und ich will nie wieder etwas mit NeoNazis oder sonstigen Vollidioten zu tun haben! Nein, noch mehr – ich rufe alle auf, selbst zu denken! Findet euren Weg. Wenn ihr Patrioten seid, eure Familie, euch Heimat, die Zukunft und die Schönheit am Herzen liegen, verteidigt sie – gegen ALLE! Gegen jede Spielart des Faschismus, der Gewalt, des Extremismus und der Unterdrückung. Die Frage ist doch nicht, ob ihr „rechts“ oder „links“ seit, sondern ob ihr euch für das richtige oder das falsche einsetzt!

Aber ich möchte gar nicht belehrend sein. Schließlich habe ich selbst das gesamte erste Jahrzehnt im neuen Jahrhundert gebraucht, um zu verstehen. Zu verstehen, dass es mehr gibt als links und rechts. Das man sich nicht zwischen gewalttätigen, hirnlosen nationalen und internationalen Sozialisten (Antifa/NeoNazis) entscheiden muss. Sondern das man sich für die Freiheit, die Schönheit und das Gute entscheiden kann…

Und das ist ein gutes Gefühl!

euer Robert Faller

P.S.: Ich würde mich Heute nicht als „Aussteiger“ betititeln. Aber ich unterstütze den Aufbau des Vereins „NOXTREME – GEGEN GEWALT UND EXTREMISMUS“, also einem Verein der sich gezielt gegen Links- und Rechtsextremismus sowie Kapitalismus und Islamismus stellt. Wobei mein Schwerpunkt klar in der Aufklärung über die Gefahren des Rechtsextremismus und Neonazismus liegt.

Mehr in Kürze …. [Stand: 1. August 2016  /// Erstfassung des Textes: 2014]

Posted on 18. Juli 2016 in Allgemein, robertfaller

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